INTERESSENGEMEINSCHAFT ISMANINGER MOOS

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Stellungnahme gegen die geplante Photovoltaikanlage der SWM am Ismaninger Sender

28. Juni 2025 | Allgemein, Photovoltaik

Nach der Einsicht in die Änderungen des Flächenutzungsplans am Gelände des BR Senders im Ismaninger Moos gab es mehrere Stellungnahmen gegen die Änderung des Flächennutzungsplans.

Hier sehen sie meine persönliche Stellungnahme, die ich an die Bauabteilung der Gemeinde weitergeleitet habe:

Stellungnahme gegen die geplante Photovoltaikanlage der SWM am Ismaninger Sender

Mit großer Sorge betrachte ich die Planungen zur Errichtung einer rund 44 Hektar großen Photovoltaikanlage im ökologisch höchst wertvollen Gebiet rund um den Ismaninger Sender. Diese Fläche, die etwa 62 Fußballfeldern entspricht, ist ein einzigartiger Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten und darf keinesfalls leichtfertig einer industriellen Nutzung zugeführt werden.

1. Unersetzlicher Naturraum

Das betroffene Moosgebiet zählt zu den bedeutendsten naturnahen Flächen im Ismaninger Raum. Es beherbergt eine unglaubliche Vielfalt an Säugetieren, Vögeln, Insekten, Reptilien und Amphibien. Der Lebensraum ist durch seine Abgeschiedenheit und das Fehlen einer direkter Verkehrserschließung bislang weitgehend ungestört – ein seltener Zustand in unserer stark genutzten Kulturlandschaft. Ein solcher Naturraum darf nicht durch großflächige Solarpanels, Zäune, Stacheldraht, Überwachungskameras und den Bau von Zufahrtsstraßen zerstört werden.

2. Ökologische Wertigkeit der Fläche

Direkt im Nachbarlandkreis war man sich im zuständigen Ausschuss bereits einig, dass diese Fläche ökologisch zu wertvoll ist, um für industrielle Energiegewinnung genutzt zu werden.

„Nicht weiter verfolgen will das Gremium hingegen die Möglichkeit, einen Solarpark auf einer Fläche nähe Strampfbach und Großsenderstraße zu installieren. Wie Kressirer berichtete, wurde der Gemeinde hier ein rund 40 Hektar großes Areal für diesen Zweck angeboten. Schon im Ausschuss sei man sich aber einig gewesen, diese ökologisch sehr wertvolle Fläche nicht zu verändern“ Laut geltenden Regelungen gelten solche Gebiete als Negativflächen – also Flächen, die ausdrücklich nicht für PV-Anlagen vorgesehen sind. Die Ignorierung dieser Regeln wäre ein eklatanter Bruch mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit.“ Münchner Merkur vom 02.07.2022

3. Unklare Planung, mangelnde Transparenz

Wichtige Details zum Vorhaben sind nicht geklärt oder wurden bisher nicht öffentlich gemacht.

  • Wie hoch werden die Module aufgeständert, welcher Reihenabstand ist geplant?
  • Wie wird sich das Mikroklima in diesem Areal verändern?
  • Welche neuen Straßen müssen gebaut werden?
  • Wie viel Verkehrsaufkommen ist die nächsten 30 Jahre für Wartung, Reinigung und Pflege der PV Anlage zu erwarten?
  • Werden massive Fundamente benötigt?
  • Wer baut die Anlage – ein Investor oder die SWM selbst?
  • Wie hoch ist die Pacht der SWM im Vergleich zur bisherigen Pacht der landwirtschaftlichen Nutzung?
  • Warum wird die bereits umzäunte große Fläche des BR von den Planungen ausgenommen?
  • Gibt es einen Rückbauvertrag und direkten Zugriff auf die finanziellen Rücklagen, falls der Betreiber nach 30 Jahren nicht mehr existiert?
  • Sind die Rücklagen mit den in 30 Jahren zu erwartenden Kosten gerechnet.
  • Muss wertvolle Vegetation (Hecken, Bäume) entfernt werden?

Ohne transparente Beantwortung dieser Fragen darf ein derart tiefgreifendes Projekt nicht ohne Weiteres beschlossen werden.

4. Fragwürdige Nutzenverteilung

Die Bevölkerung in Ismaning hat meines Wissens keinerlei direkten Nutzen von dieser Anlage – weder fließt Strom in die Gemeinde, noch gibt es Vorteile bei den Strompreisen. Der produzierte Strom wird nach München geleitet, während hier bei uns die Natur unwiederbringlich zerstört wird. 

Warum bauen die SWM nicht zunächst auf versiegelten Flächen in München – auf Dächern, Parkplätzen oder entlang von Verkehrswegen? In München gibt es genügend bereits versiegelte Flächen, die man für PV Anlagen nutzen kann und muss.

Warum wird nicht auch der Englische Garten für eine PV Anlage genutzt? Die Flächen in Ismaning sind genauso wertvoll. 

Die Stadtwerke München sichern sich rund um München immer mehr Flächen zum Bau von PV Anlagen.

  • In Moosinning beim Zengermoos 27,23 Hektar (Gemeinde Moosinning Umweltgutachten vom Februar 2024 und Münchner Merkur vom 29.04.2023)
  • In Hallbergmoos beim Schlossgut Erching 28 Hektar (Münchner Merkur vom 23.04.2025)

Alles in direkter Nachbarschaft zu unserer Gemeinde. 

5. Fehlender demokratischer Diskurs

Es ist völlig inakzeptabel, dass ein derart großes Infrastrukturprojekt – das größte in der Geschichte Ismanings – ohne breite öffentliche Beteiligung beschlossen wurde. Es fehlt ein Runder Tisch, es fehlt Bürgerbeteiligung. Eine informierte, offene Debatte muss zwingend nachgeholt werden.

6. Kein Fokus auf Energieeinsparung und kommunale Alternativen

Statt wertvolle Naturräume für die Produktion von Energie zu opfern, müssen wir zuerst Energie einsparen. Mit einem kommunalen Energiebeauftragten könnten bis zu 20 % des Verbrauchs öffentlicher Gebäude eingespart werden – durch Monitoring und gezielte Maßnahmen. Dieses Potenzial wird völlig ignoriert. 

Ebenso wäre es denkbar, dass die Gemeinde selbst eine kleinere, naturschonende Anlage plant – warum überlassen wir das Feld den SWM.

Ismaning hat sehr viele ungenutzte Dachflächen auf Privat- und

Für den Erhalt unserer Landschaft, 

Mit freundlichem Gruß 

Robert Risinger